Internetsperren
Piraten: Nachsitzen für die SPD
Wirklich amüsant finde ich den Artikel auf Nachrichten.net, innerhalb dessen Sascha Raabe (SPD) sich dazu äußert, dass er die beweggründe der Piraten nicht nachvollziehen kann. Immerhin spart er offensichtlich nicht damit zuzugeben, das Konzept nicht verstanden zu haben. So ist ihm wohl nicht klar, warum löschen statt sperren besser ist.
In diesem Zusammenhabg finde ich die Aussage von Stephan Urbach, Vorsitzender der Piratenpartei Main-Kinzig, elegant, in der er Herrn Raabe zum öffentlichen Nachsitzen einlädt.
Aus meiner Sicht der richtige Weg. Wenn ich eines innerhalb der letzten Zeit gelernt habe, dann, dass die Prinzipien der Kindeserziehung keine Altersgrenzen kennen. :-)
Von Tauss und anderen Machern
Soeben lese ich bei meinem Morgenkaffee die üblichen Verdächtigen der Informationsszene durch. Dabei stoße ich auf einen Artikel zu Herrn Tauss und seiner Verfassungsbeschwerde gegen das Netzsperren-Gesetz.
Nun denke ich, dass die Diskussion dazu schon ausführlich besprochen, durchgekaut, ausgespruckt und wiedergekaut wurde. Deshalb möchte ich nun nicht sonderlich über meinen Ärger, meine Wut und all das, was mir Magenschmerzen bereitet schreiben. Vielmehr ist mir der Gedanken in jüngster Vergangenheit gekommen, dass in der Vergangenheit immer weniger "Macher" im Tageslicht zu sehen waren.
<Frust-an>
Schaue ich auf mich selbst, so muss ich mir eingestehen in den vergangenen Jahren immer mehr zum Theoretiker verkommen zu sein. Ja, ich bilde mir eine Meinung. Diese wird auch diskutiert, vielleicht sogar propagiert. Ich schreibe darüber und versuche Aufklärung zu den unterschiedlichsten Bereichen und Themen zu erwirken.
Es stellte sich immer häufiger die Frage, ob es "gut" ist, sich und seine Meinung so in die Welt zu posaunen. Vermehrt musste ich bei mir feststellen, dass zwar die eigene Meinung und sogar der Wille zur Veränderung vorhanden war. Gleichzeitig es jedoch an der Motivation zum Handeln fehlte.
Warum schreibe ich darüber? Ganz einfach: Ich habe es für mich immer damit erklärt, dass ich es mir zumeist erwachsenen Menschen zu tun habe. Menschen, welche über Bildung und Zugang zu Informationen verfügen. Menschen, welche das Recht besitzen sich selbst ein Bild zu verschaffen. Menschen, von denen ich annehmen wollte, dass sie ein ganz kleines bisschen Verstand und Blick für die Welt um sie herum besitzen.
Warum sollte ich also ein Verhalten an den Tag legen, dass einer Belehrung oder einem ungefragten (und vielleicht ungewollten) Überzeugungsversuch gleich kommt? Leben und leben lassen, wie ich immer sage. Eine Antwort kann ich bis heute nicht liefern. Wohl jedoch ein Erklärungsversuch:
Es ist nicht so. Ja, die meisten Menschen sind erwachsen (oder halten sich dafür). Ja, die Menschen haben Zugang zu Informationen und besitzen zumeist auch die grundlegende Bildung diese zu verarbeiten. Und sicherlich haben sie auch das Recht sich selbst ein Bild von all dem zu machen, was in der Welt passiert. Aber nein, immer häufiger muss ich feststellen, dass der angenommene Verstand und Blick für die Welt um sie herum offensichtlich fehlt.
Es ist eine grundsätzliche Frustration vorhanden, welche sich oft am Geld und was damit gemacht manifestieren lässt. Warum genau das liebe Geld so oft über den Grad der eigenen Befindlichkeit wiederspiegelt vermag ich nicht zu sagen. Grundsätzlich bekomme ich aber immer mehr das Gefühl, dass fast alles gemacht werden kann, solange man ihnen genug Geld da lässt.
Immer weniger sehen die "wahren Werte". Geschweige denn hinterfragen das gesprochene Wort (zumindest politisch). Mal ehrlich: Wie oft hört man Gejammer über das, was einem Menschen wiederfährt. Und gleichzeitig: Wie oft erlebt man eine Gegenreaktion?
Ich bin mir sicher, dass mein Text von den meisten als übertrieben, überflüssig und vielleicht sogar vollkommen daneben angesehen wird. Was nichts an der Tatsache ändert, dass die im Artikel aufgeführte Haltung zu Gegenwähr aus meiner Sicht mal zu Überdenken ist. Sicherlich gibt es Aktivisten. Natürlich tut jeder etwas nach seinem ermessen. Oft jedoch stelle ich auch bei mir fest, dass Bequemlichkeit ein entscheidener Faktor gegenüber der Durchführung von Taten ist. Das ist etwas, worüber ich nachgedacht und beschlossen habe es zu ändern. Es geht ja nicht allein um Politik, sondern auch allgemein die Position eines jeden selbst.
</Frust-Ende>
In diesem Zusammenhang:
Spiegel: Online (Wahl)kampf gegen Netzgemeinde
Das hat hat sie jetzt davon. Die Politik. Zunächst wohl eher als Frustabbau zum Beschluss des Gesetzes zur Internetsperren abgetan, werden Fefe, Nerdcore, Spreeblick und Netzpolitik vom Spiegel in einem Artikel zum Online-Wahlkampf zitiert und verlinkt.
Befinden sich doch unsere Soziallenker, Vollpfosten und andere Beschreibungsträger grade in einer heiklen Phase. Dem Wahlkampf. Natürlich gehen sie als Bodenständige mit der Zeit gehende Menschen den Weg in Richtung Internet. Immerhin sagen die Studien, Charts und Berater, dass immerhin 60% der unter 30 Jährigen sich im Netz über Politik informieren.
Angesichts dessen, was diese Entscheidungsträger über das Internet, die Netzgemeinde, die Subkultur und all das wissen, ist die in dem Artikel aufgeführte langeweile nur verständlich. Würde wohl jedem so gehen, wenn er sich mit einem so vernachlässigbaren aber dennoch medienwirksamen Thema beschäftigen müsste.
Man. Ich habe mir wirklich mühe gegeben Distanz zu wahren (ist besser für meinen Magen). Aber wenn ich mich so durch die aktuellen Meldungen wälze, krieg ich schon wieder Bedarf an Schmerztabletten.
So viel zum Thema: Filterlisten und Domainsperren
Eigentlich bin ich beim lesen des Blogs von Tobias Scherbaum nur leicht schmunzelig geworden, als der mitteilte, dass Gentoo.de laut jugendschutzprogramm.de erst eine Freigabe ab 14 erhalten hat.
Tobias selbst hatte bezieht sich auf einen Beitrag von c0t0d0s0.org einem wirklich klasse Solaris, Linux Blog. Dieser hatte bei der Prüfung festgestellt, dass seine Internetseite Jugendgefährdend sei.
Nun... Ich konnte es mir nicht nehmen lassen auch mal die Schreibtischwerkstatt.de prüfen zu lassen. Herausgekommen ist, dass wir quasi Standard-Sperrwerk sind.

Soviel zum Thema Filterlisten, Jugendschutz und Domainsperren. Ich kann es ja nachvollziehen. Nicht dass die jungen leser dieser Seite Kopfschmerzen bei zu viel Kompetenz und Niveau bekommen... Schon klar!
(Wer Ironie findet darf sie selbstverständlich behalten).
So viel zum Thema: Die Mehrheit will Internetsperren
Kurz und bündig für alle, die es noch nicht gesehen haben. Kürzlich wurde ja benannt, dass 92% der Befragten einer Internetsperre zustimmen würden. Das es sicherlich nicht ratsam ist einer Statistik zu vertrauen, welche man nicht selbst gefälscht hat, sollte klar sein. Hier ist mal eine - wie ich finde - gute veranschaulichung davon, wie sich allein die Fragestellung auf ein Ergebnis auswirkt.


Zeichne mit - Unterstützung für die Petition gegen Internetsperren
Hanno hat mich grade darauf aufmerksam gemacht, dass es nun eine etwas ausführlichere Form der Präsenz der Petition gegen Internetsperren gibt.
Aus meiner Sicht absolutes Pflichtprogram. Nachdem der Fiese Admin einen schwall wahrer Worte zu der aktuellen (und vielleicht sogar schon altbewährten) politischen Lage im Reich Deutschland abgelassen und Hanno selbst auch seinen Teil dazu beigetragen hat, möchte ich an dieser Stelle nicht versäumen darauf aufmerksam zu machen, dass es auch bei der Petition kein "Jetzt haben wir genug zusammen" geben sollte. Es ist meiner Ansicht nach an der Zeit zu zeigen, dass es noch ein Volk gibt.
Es würde mich darum auch freuen, wenn die Webseite Zeichnemit.de, welche unter anderem ausführlichere Argumente aufführt, einen recht guten Fundus an Informationen bereit hält und zudem einen schnellen Überblick über den Stand der Petition aufführt (neben dem Verweis auf die Peition selbst - natürlich) in naher Zukunft zur Aufklärung von Noch-nicht-Mitzeichnern beiträgt.


