Intellektuelle Versklavung

Auf meiner Reise durch das Internet komme ich hin und wieder auf Seiten vorbei, welche ausschließlich derundefined Belustigung dienen. Natürlich reagiere ich als ambitionierter Fotograf schnell auf Bilder. Daher sind Picdumps eine willkommene Belustigung. Eines der Bild gefiel mir so gut, dass ich es unbedingt hier in meinem Blog verwenden will.

Der Betreff mahnt es schon an: digitale, intellektuelle Versklavung. Jetzt kommt ein richtig schön konservativer Text, der alles schlecht macht, was uns im Alltag begegnet. Nicht? 

In den letzten Jahren sind mir grundsätzliche Tendenzen aufgefallen, bei denen ich stellenweise nur die Hände über den Kopf schlagen kann. Neben der immer weiter fortschreitenden Volksverdummung durch die Medien und erschreckende Trauerspiele in den unterschiedlichsten sozialen Schichten der Gesellschaft wähnt man sich in Sicherheit, sobald man sich zum Mittelstand zählt. Ab hier kann es doch nur aufwärt gehen. Nicht?

Die Zeit in der wir leben bietet uns eine unglaubliche Vielfalt an Möglichkeiten und Optionen. Der der kann braucht sie sich eigentlich nur nehmen: Schulen, Universitäten, Bildungseinrichtungen, Zertifizierungsmöglichkeiten, … Mehr noch als das blanke Angebot genießen wir ein unfassbar hohes Maß an Bequemlichkeit. Fördergelder wohin man sieht. Soziales Verständnis in jeder Lebenslage. Ist etwas nichts für dich, war es nicht das richtige und selbstverständlich darf man sich auf die Suche nach dem nächsten begeben. Eigenverantwortliches Leben und Selbstständigkeit rückt immer weiter nach hinten. Was vor einigen Jahrzehnten Schon zwischen 14 und 20 Jahren möglich war findet heute irgendwann zwischen 25 und 30 statt – mit Glück!

Unsäglich die zur Verfügung stehende Energie und Zeit. Kinder werden beobachtet wie noch nie. idealisierte Krankheiten und Diagnosen sprengen jedes Register. In mir selbst macht sich das Gefühl bereit, als wäre alles was in den vergangenen Jahrzehnten passiert ist ein Relikt aus grauer Vorgeschichte. Unnatürlich fühlt sich das Leben in der aktuellen Zeit an. Ist man emotional aufgeschlossen, so wird gleich ein tiefer liegendes Problem vermutet und eine Therapie angesteuert. Hört das Kind nicht wie ein kleiner Soldat oder zeigt unbequem verhaltensweisen, so kann dies unmöglich normal sein. Im späteren Leben werden fertige Studenten und junge Erwachsene an Positionen gesetzt die selbstverständlich im nächsten halben Jahrzehnt nur unter intensiver Beobachtung, Ausgiebiger Hilfestellung und doppelt abgesicherter Rückendeckung zu schaffen ist. Fachkräftemangel und Führungskräftemangel beschäftigen unzählige Unternehmen aus nahezu jeder Branche.

Schaut man den führenden Geschäftsführern und Rednern zu, so wird schnell klar dass etwas anderes funktioniert als das was wir in intellektuelle für richtig oder falsch halten. Jedoch Haben sich Menschen schon immer Alleinstellungsmerkmale gesucht um die Begrifflichkeiten des Zivilisiertseins zu definieren.

Vermeintliche Weisheiten, Erfahrungen und Werte der Macher und Ikonen füllen reihenweise Regale in den Büchereien. Man lechzt danach über sich hinaus zu wachsen und Dinge zu realisieren von denen man bisher nur im Fernsehen gehört oder in Büchern gelesen hat. Dabei sind es lediglich die Beobachtungen und Erfahrungen derer die uns ermöglicht haben das zu sein was wir heute sind.

Die Vergangenheit zeigt uns pausenlos wie unfähig die Spezies Mensch ist mit Werten konsequent, adäquat und langfristig korrekt umzugehen. Die Entwicklung des Internets legt weitere Steine in den Weg. Informationsbeschaffung und vor allen Dingen Informationsmanagement sind die Hürden des Alltags. Die Skala dessen was möglich und unmöglich, richtig und falsch, denkbar und undenkbar ist wurde schon längst in vielen Büchern niedergeschrieben. Unzählige Hierarchien bieten uns eine intellektuelle Sicherheit und Rückendeckung für all unsere beschwerlichkeiten.

Etwas zu wollen, dafür einzustehen und sich aufzuraffen um es zu erlangen ist die Pharse der Neuzeit. Nicht nötig diese Energieverschwendung-lehrt uns doch der Wohlstand dass wir alles haben. Wer zivilisiert sein möchte regt sich nicht auf, lehnt sich nicht gegen andere, sucht keine Konfrontation und vermeidet jegliche Reibung. Das machen von unangenehmen Erfahrungen gehört der Vergangenheit an. Das Resultat daraus scheint zunächst nicht erstrebenswert. Noch gibt es die weisen Worte, die energiegeladenen Vorträge und die leichte bemitleidenswerte dreinblickenden Augen derer die wissen, dass dem nicht so ist. Kinder die nicht hinfallen Lernen nicht auf ihre Umgebung zu achten. Menschen die nichts wollen lernen nicht dafür einzustehen. Frustration zu erfahren zeigte uns was wirklich wichtig ist. Über uns hinaus zu wachsen bedeutet nicht immer gleich den königlichen Thron zu besteigen.

Das streben nach einem Merkmal für den Status der Zivilisierung bewirkt zunehmend, dass der Intellekt in den Forderung und als das Maß der Dinge gestellt wird. Keine schlechte Sache sofern man es mit den vorhandenen Werkzeugen „Bauchgefühl“, „Intuition“ und/oder „Instinkt“ kombiniert. Vorhandenes zu ersetzen scheint eine Eigenschaft der menschlichen Natur zu sein. So lange dabei Kosten und Nutzen abgewägt werden oder die Nachhaltigkeit nicht aus dem Blick gerät ist das auch ok.

Immer wieder liest man es an den unterschiedlichsten Stellen. CEOs werden interviewed und nach dem „Geheimnis“ des Erfolgs gefragt. Als Quintessenz bleibt unterm Strich: Egal was Du weißt, egal was Du denkst, egal was man dich lehrt – funktionieren tuen andere Dinge!

Wer das Begreift und die Einfachheit von Ursache und Wirkung zu schätzen lernt ist unweigerlich auf einer ziemlich allgemein gültigen Ebene unterwegs. Lediglich beschäftigen muss man sich damit, dass die gesellschaftliche Akzeptanz hier eher mau ausfällt.

Source: Der Bode

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