Irrtum Schnelllebnigkeit

Es ist wohl gang und gebe. Die Schnelllebigkeit der aktuellen Zeit wird über nahezu jeden Bereich des Lebens gestülpt und gilt als Anstrengungsmerkmal Nummer eins. Technik die heute entwickelt wird ist morgen schon veraltet – so heißt es.

Wenn ich ehrlich bin habe ich schon vor einigen Jahren den Kontakt zu dieser Thematik verloren. Zwar bekomme ich die Entwicklungen an allen Ecken und Enden mit, allerdings habe ich nicht den Eindruck, als würde dadurch vorhandenes obsolet werden oder gar die Welt zusammenbrechen, wenn man mal zwei Wochen Urlaub macht.

Viel mehr habe ich zunehmend den Eindruck, dass man sich in der Oberflächlichkeit verliert und damit sowohl die eigenen Unzulänglichkeiten, als auch Kosten, Mühen, Anstrengungen oder Aufwendungen rechtfertig.

Wenn man sich Computer anschaut, so hat sich seit der ersten Grundsätzlichen Erfindung viel getan – das steht ausser Frage. Wenn man als Techniker in seinem Beruf aufgegangen ist und sich einer Sache verschrieben hat, so ergründet man oft den Kern einer Sache. Ab diesem Punkt erschließen sich viele Dinge. Das ist auch der Grund, weshalb ich für mich keine Berührungsängste mit diversen Windowssystemen spüre, obwohl ich für mich persönlich mitten in Windows XP ausgestiegen bin.

Wenn ich mit Handwerkern spreche, die so viel Berufserfahrung haben, wie ich alt bin, so wirken diese dann sehr entspannt, wenn sie ihr Handwerk verstanden haben.

Meiner Einschätzung nach ist es die Art und Weise der Fragestellung die einen Benutzer von einem Berater, einen Anwender von einem Admin, einen Lehrling von einem Meister unterscheidet.

Ich umgebe mich gezielt mit Menschen, die in dem aufzugehen scheinen, was sie Tag für Tag aus dem Bett bewegt. Diese Menschen leben und haben Spaß an den Dingen die ihnen begegnen und schaffen es trotzdem vermeintlich hochgrad ausgebildete Menschen „alt“ aussehen zu lassen. Woran liegt das? Meiner Vermutung nach daran, dass eben doch alles nicht so Schellenberg ist, wie wir es uns gern einreden, wenn wir uns nicht auf eine Sache Fokussieren können.

Allzubern geben wir die Verantwortung an der eigenen Position ab, indem wir auf neue Sachverhalte verweisen und so weiter. Natürlich kann dies nicht vollkommen weg geredet werden. Es gibt natürlich auch einen Unterschied zwischen Menschen die täglich ihrer Arbeit/Leidenschaft frönen und Quereinsteigern oder Menschen wie mir, die sich breiter aufstellen.

Nichts desto trotz erlebe ich Themen wie Virtualisierung, Weiterentwicklung, und und und recht entspannt und hatte bisher weder das Gefühl etwas zu verpassen, wenn ich bei einem Thema mal „Pause“ gemacht habe oder mich mit „High potentials“ auseinandergesetzt habe. Vielmehr habe ich mehr und mehr das Gefühl, dass es immer weniger Partner gibt, mit denen man sich „auf Augenhöhe“ unterhalten kann. Denn ein logischer schritt ist natürlich auch der, dass alle die in diese Auffassung und Entwicklung hineinwachsen auch diesen „oberflächlichen“ Blickwinkel annehmen ohne es zu erkennen.

 

Source: Der Bode

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