Small Business Server – Alternativen

Die Anforderungen die Unternehmen an die EDV und Netzwerke stellen könnten so mannigfaltig sein. Oft jedoch sind es immer wieder die selben Dinge, die wirklich wichtig für das Unternehmen zu sein scheinen.

In den vergangenen Jahren hat Microsoft wohl einen ziemlich wunden Punkt damit getroffen, als der SBS (Small Business Server) etabliert wurde. Unternehmen hatten so mit einem ziemlich kleinen Budget ein „all in wonder“ Paket. Aktive Directory, Exchange, CIFS, WSUS und so weiter kamen auf einen Rechner und taten den Dienst wie die Großen.

Nachdem aber nun dieses „Kraftpaket“ abgekündigt war (und mal ehrlich: das war doch abzusehen) stehen die Firmen nun vor der Entscheidung die „großen Brüder“ zu kaufen oder sich etwas anderes einfallen zu lassen.

Für mich persönlich ist es nach wie vor nicht nachvollziehbar, weshalb Unternehmen in kleiner bis mittlerer Größenordnung Unsummen für IT und EDV ausgeben. Die wahrhaftigen Anforderungen sind trivial und schlimmer noch: die Refinanzierung ist oft „nur“ durch die Vorstellung gegeben, das die Arbeit der Mitarbeiter schneller und einfacher von statten geht.

Wie dem auch sei: Microsoft hält sich wacker und verdient sein Geld damit. Entscheider und „Admins“ ziehen mit und kaufen neue Hardware, Appliances und so weiter. Damit funktioniert das Rad.

Ich für mich habe da eine etwas andere Einstellung. Für mich wird zuerst der tatsächliche Bedarf ermittelt um dann die zu schaffenden Rahmenbedingungen für das Ziel zu definieren. Nahezu ausschließlich fällt dabei die Wahl auf eine Opensource-Lösung – zu banal sind die Anforderungen:

• Daten und Dateien im Netzwerk abspeichern
• Benutzer die sich am Rechner anmelden können
• Benutzer die ihr Profil „mitnehmen“
• Proxy/Contentscanner/„Firewall“
• VPN für die Heimarbeit
• Email für das „Miteinander“

Das war es dann auch schon. Wenn nun nicht ein innerer Konflikt stattfindet ist eine Lösung für die einzelnen Bereiche recht gut möglich. Allzu oft stehen und nur die eigenen Querelen im Weg.

Diesen Hintergrund nehmen SBS-Alternativen zum Anlass ihr Dasein zu rechtfertigen.

Unverhohlen bin ich nur bedingt ein Freund dieser Lösungen. Grundsätzlich spricht nichts dagegen auf diesem Weg eine Lösung aufzubauen. Sofern man sich vor Augen führt, dass die zu Grunde liegende Software unter Umständen nur bedingt „nach Handbuch“ zu nutzen ist und man sich in die Abhängigkeit zu den Entwickler begibt.

Weiter finde ich es schade, dass Opensource und die Entwicklung darin dahingehend Abstrahiert wird, dass keine Lern- oder Denkkurve zustande kommt. Das ist vermutlich aber nur mein Empfinden.

Auf dem Weg zum normalen Denken habe ich mir aber dann doch mal zwei dieser Lösungen ausgesucht um diese zu testen. Auf der einen Seite ist da Zentyal, dass mir durch einen ehemals als nett eingestuften Menschen gezeigt wurde und einen ganz guten ersten Eindruck machte.

Auf der anderen Seite wird ClearOS werden, das ich bei meiner eigenen Suche gefunden habe. Hier merke ich schon direkt eine deutliche Tendenz: Zentyal basiert auf Ubuntu. ClearOS auf CentOS. Allein dieses Merkmal vermittelt mir schon ein unterschiedliches Vertrauenslevel. Ubuntu ist für mich eine absolut lobenswerte Distribution – für Anwender mit Spieltrieb und Menschen die auf Bling Bling, Top-Aktueller Software und Abstraktionsebenen ohne ende stehen. Die Community ist gut und führt viel Support ein, der auch übertragbar ist.

CentOS hingegen hat im Idealfall eine Laufzeit von 10 Jahren und gibt mir allein durch die bisher gemachte Erfahrung ein Gefühl von Beständigkeit und Ruhe. Es gibt halt schon einen Grund weshalb führende Lösungen sich gewisse Distributionen ausgesucht haben um ihre Software zu etablieren.

Debian und andere Distributionen sind hier einfach zu unruhig und wer einmal Server über einen langen Zeitraum begleitet oder sogar inmitten der Laufzeit eingestiegen ist, der wird eine ruhige und beständige Lösung zu schätzen wissen. Zumal ich bei Redhat schon eher das Gefühl habe, das die Ingenieure mal was von Standards gehört haben.

Nun würde es mich natürlich interessieren, welche Alternativen noch so im Einsatz sind und vor allem welche Erfahrungen damit gemacht wurden. Sollte unter meinen Lesern etwas beisteuern können – lasst mir einen Kommentar da!

 

Source: Der Bode

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