Von Urlaub und Entspannung

In den letzten drei Wochen genieße ich meinen Urlaub mit überwiegendem Anteil in Italien. Dabei ist es mir sehr wichtig weiterhin den Selbstversorger zu machen und mir ein Maximum an Kultur mitzunehmen.

Meinen üblichen Lebensstil gilt es allerdings lediglich der dortigen Gesellschaft anzupassen, aber nicht so zu verändern, dass es keine Parallelen zum „üblichen“ Leben gibt. Viele Menschen sagen Dinge wie „Ich brauche meinen Urlaub“ oder „endlich abschalten“. Meine persönliche Philosophie ist allerdings, dass ich mein Möglichstes tue um so zu leben wie ich Urlaub machen würde. Ändern tut sich dabei lediglich der Ort der Austragung.

Warum ich das so handhabe? Weil ich alles andere weder korrekt noch fair finde. Die Vorstellung den überwiegenden Teil meines Daseins in einer nicht motivierenden Umgebung zu verbringen mit dem inneren Wunsch weg zu kommen um etwas zu tun, was meiner Gesundheit und meinem Wohlbefinden zu gute kommt ist schlicht und ergreifend nicht mein Fall. Zumal ich mir auch nicht vorstellen kann wie das so ist.

Des Weiteren hat es den Vorteil, dass sowohl die Wahl des Urlaubsortes, als auch der Umstände wesentlich einfacher und lockerer Verläuft. Lediglich die gewünschten Umstände/Entfernungen und so weiter sind zu beachten. Des Weiteren werden keine Erwartungen enttäuscht in Sachen Service, Lebensstandard und so weiter. Wichtig für mich ist primär, dass ich meine Ruhe habe und keine unnötigen Einflüsse zu verarbeiten habe. Der Wunsch möglichst frei mit der Tagesgestaltung und dem Verlauf umgehen zu können ist meine Vorstellung von Urlaub haben.

Auch kann ich so meiner Arbeit und sogar meinen Leidenschaften frönen auf einer Art und Weise die man gern im Kino bewundert. So steigt das Selbstwertgefühl und vor allem die Motivation.

Es sollte meiner Ansicht nach nicht bis zu einem Urlaub gewartet werden bis man seine Umgebungen so gestaltet das sie einen motiviert. Wir leben in einer Zeit in der so viele Möglichkeiten bestehen und Optionen gefunden und genutzt werden können. Ein Privileg das wir gern vergessen und somit Prioritäten und Bedeutungen verschieben. Natürlich ist es jedem selbst überlassen wie und wo er seine Lebenszeit verbringt – jedoch sollte es in jedem Fall bewusst geschehen.

Man halte also fest: Urlaub zu wesentlich ertragreicher, wenn er keine Funktion erfüllt. Es ist vollkommen in Ordnung nach einem Projekt eine Abwechslung zu suchen um den Kopf wieder frei zu bekommen. Es ist auch in Ordnung nach einer Phase (das ist wichtig) abgespannt zu sein und eine Auszeit zu wollen. Es sollte allerdings nicht in Ordnung sein bei gesetzlichen 24 Tagen Urlaub (also Knapp 5 Wochen) die restlichen 47 Wochen umentspannt, unmotiviert und vor allem unzufrieden durch die Gegen zu laufen. Auf das Wochenende zu warten ist übrigens auch ein hervorragendes Indiz für eine eventuell wenig zuträgliche Arbeitsplatzgestaltung.

Source: Der Bode