Webweisend: Kein Feedback bei Bewerbung – Brainstorming

Ich nehme mal spontan und ohne Absprache mit Jörg seinen Artikel aus unserem Blog als Grundlage für eine kleine Diskussion (wir können das dann in den Geschichtsbüchern als Blogpost-Fights oder ähnliches verkaufen, Jörg 😉 ).

Klar hat jeder Bewerber ein Recht darauf, dass man zumindest eine Antwort erhält. Ob es nun ein persönlicher Brief ist oder nur ein unpersönlicher Text mit der entsprechenden negativen Antwort. Ist halt so.

Ich glaube nur einfach, dass man die Lage einiger Unternehmen nicht falsch einschätzen sollte. Gerade KMUs sind aufgrund ihrer Mitarbeiterzahl nicht unbedingt mit einer Vollzeitstelle für die Personalbeschaffung besetzt. Umgekehrt verlangt der Trend, dass man sich Online präsentiert. Die Folge sind dann vermutlich spam-ähnliche Zustände von Bewerbern in den Postfächern jobs@. karriere@ und personal@.

So, was mache ich also als Unternehmen, dass täglich gefühlte 1000 Bewerbungen bekommt aber nur eine Teilzeitstelle da sitzen hat die physikalisch überhaupt nur in der Lage ist 10-30 solcher Mails intensiv(!) zu lesen. Vermutlich nichts und genau das ist dann das Ergebnis von dem Jörg berichtet.

Ich drehe den Spieß jetzt um und behaupte (mit voller Frechheit!), dass alle Bewerber trotzdem ihre Teilschuld haben. In meinem arbeitssuchenden Freundeskreis (Jörg ausgenommen, der ist ein Freund aber gehört jetzt nicht zum besagten Kreis 😉 hat sich die Methode implementiert, dass man so viele Mails wie möglich rausschickt und „hofft“ per Brute-Force-Attacke eine entsprechende Einladung oder Zussage zu bekommen. Ich finde persönlich, das ist Bullshit. Indirekt will man doch nur seinen inneren Gedanken befriedigen, man habe ja doch heute was getan, man habe sich doch jetzt mal wieder ne ordentliche Ladung GTA5 verdient oder könnte sich abends um 14 Uhr die alkoholische Kante geben.

Das mit dem GTA5 und der Kante möchte ich gar nicht schlecht reden. Mein Ziel ist es, den Leuten die Augen zu öffnen und dass sie dieses Schema nicht beibehalten sollen. Es hilft niemanden und produziert auf beiden Seiten Stress.

Der Personaler wird zugemüllt und aufgrund von diesen „schnellen Mails“ schleichen sich peinliche Fehler ein oder man überlegt nicht mal ob die Stelle überhaupt zu jemandem passt.

Klar, der Job in Basel ist cool aber ich hätte einen Arbeitsweg von 5h. Eventuell nicht die beste Voraussetzung für einen Berufsanfänger.

Was ich schlussendlich damit sagen/schreiben will, ist, dass man sich einfach mal die Stellen genauer anschauen sollte. Ich würde mich z.B. niemals über irgendwelche Jobbörsen an eine Stelle richten. Ich bin 1. nicht der einzige von mindestens 1000 anderen Leuten die leider immer irgendwie besser auf die Stelle passen und 2. schätze ich den persönlichen Kontakt mehr als eine E-Mail. Wie wäre es mal zur Abwechslung mit dem Personaler vorher zu sprechen bevor man ihn zumüllt? Passt die Stelle überhaupt? Nehmen sie meine Qualifikationen überhaupt an?

Klar treffen diese Hinweise nicht auf jeden zu und es soll Leute geben, die auch per Brute-Force-Attacke ihre Stelle bekommen haben. Klar, akzeptiere ich. Aber fasst euch selbst mal an die Nase und überlegt mal was besser ist … 20 Bewerbungen von denen 15 Schreibfehler haben, 3 den falschen Adressat und zwei effektiv am Ende doch uninteressant waren oder z.B. eine einzige durchdachte Bewerbung die aber vorher telefonisch vorbereitet wurde, man hat sozial mit er Person agiert und sich mal für das Unternehmen interessiert.

Meint ihr nicht auch, dass man sogar noch die Gelegenheit hat, dass der eigene Name beim Personaler hängen bleibt und man beim Aussortieren plötzlich allein deswegen doch genommen wird?

Ich finde den Gedanken geil.

Entschuldigt den wilden Schreibstil 😉

3 Gedanken zu „Webweisend: Kein Feedback bei Bewerbung – Brainstorming“

  1. Hallo zusammen,

    nun nutzen wir diesen Blog, um uns selbst einmal ausführlich zu Wort zu melden.

    Vielen Dank an Miro für die zutreffende Beschreibung in seinem Blogbeitrag. Glücklicherweise erhalten wir täglich eine Vielzahl an Bewerbungen, doch leider ist es einem kleinen oder mittelständischen Unternehmen nicht möglich, persönliche Absagen zu verschicken

    Den Bewerbern lassen wir, wie Jörg schon berichtet hat, eine Auto-Response zukommen, da es unserem Anspruch nicht genügen würde, überhaupt nicht zu reagieren. Mit dieser Antwort können wir alle Bewerber auf das weitere Procedere vorbereiten! Unsere Auto-Response lautet daher seit mehreren Jahren wie folgt:

    „Ihre Bewerbung ist dabei! Wir freuen uns über Ihr Interesse an einer Mitarbeit in unserem Unternehmen. Bitte haben Sie Verständnis, wenn wir für die Bearbeitung Ihrer Unterlagen noch ein wenig Zeit benötigen.

    Sollten Sie innerhalb der nächsten 3 Wochen keine Rückmeldung von uns erhalten, dann sehen Sie es uns bitte nach, dass wir uns für einen anderen Bewerber entschieden haben. Auf Grund der Vielzahl an Bewerbungseingängen können wir nicht jedem Bewerber persönlich absagen. Vielen Dank für Ihr Verständnis.“

    So weiß jeder Bewerber, dass er innerhalb von 3 Wochen eine Reaktion von uns erhalten wird, wenn wir ihn zu einem Vorstellungsgespräch zu uns einzuladen möchten.

    Wir hoffen, nun alle Missverständnisse aus der Welt geschafft zu haben und wünschen euch für die Zukunft alles Gute!

    Euer Team webweisend

    1. Ohne ausführlich auf den Artikel von Miro eingehen zu wollen danke auch ich für die ausführliche Stellungnahme.

      Ein Missverständnis ist damit jedoch nicht aus der Welt geräumt, denn es gab keines. Ich habe die automatische Antwort ja erhalten und auch gelesen. Allerdings ist lediglich ausgedrückt, dass es nicht in eurer Priorität liegt den Bewerbern entsprechend zu antworten. Ich kenne durch meine Arbeit als Freiberufler auch eine Menge an Firmen die es schaffen Ihren Bewerbern Absagen zu schicken.

      In meinem Standpunkt ging es mir jedoch nicht allein darum, sondern das ich auch auf meine Nachfrage keine Rückmeldung erhalten habe (was aber augenscheinlich schon in eurem Spielrahmen ist, immerhin schreiben wir via Twitter und auch hier).

      Ich habe für viele Dinge Verständnis und finde den Umgang den manche Firmen pflegen nicht korrekt. Ich denke es ist auch mit einer Standardtextvorlage möglich eine Absage an mehrere hundert Bewerber in kurzer Zeit zu schicken. Wenn man es so handhabt wie ihr ist das aus meiner Sicht nicht schön aber ok. Jedoch finde ich es ein Unding auf eine Nachfrage nicht zu antworten.

      So, bevor ich jetzt jedoch auf unterschiedliche Weisen das selbe erzähle, soll es an dieser Stelle gut sein. Ich freue mich, dass ihr unseren Blog gefunden habt und euch dazu geäußert habt.

      1. Ich hoffe wir können im nächsten Podcast mal auf das Thema zurückgreifen. Ich finde es spannend genug.

        Aber ich gebe Jörg selbstverständlich recht, wir freuen uns über jeden Besucher und über jeden Kommentar.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.